Kondensatorschutz

 

Allgemeines

Bei Wickelschlüssen in Kondensatoren besteht die Möglichkeit, dass sich die Kondensatorengehäuse durch Gasbildung aufbauchen und aufreissen, wobei die eingesetzten Tränkmittel austreten.
In 110kV Rundsteuerankopplungen und Saugkreisen wurden in der Vergangenheit PCB haltige Tränkmittel eingesetzt, die den Vorteil eines praktisch nicht vorhandenen Flammpunktes aufwiesen und damit eine Fehlerausweitung im Störungsfall vermieden. Wegen der nicht auszuschliessenden Risiken im Fehlerfall werden seit einigen Jahren nur noch pcb-freie Kondensatoren mit silikonhaltigen Tränkmitteln eingesetzt, die jedoch den Nachteil aufweisen, dass sie durch ihren niedrigen Flammpunkt relativ leicht brennbar sind und beim Abschalten der Anlage nicht selbst verlöschen.
Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, sowohl Alt-, als auch Neuanlagen mit einem Kondensatorenschutz auszurüsten, der im Fehlerfall eine sichere und schnelle Abschaltung der Anlage ermöglicht und damit Folgeschäden vermeidet.


Prinzip

Die hier vorgestellte Kondensatorüberwachung beruht auf dem Prinzip des Kondensatorenvergleichs durch Aufbau einer Brückenschaltung aus den einzelnen Kondensatorenblöcken und der Überwachung der Unsymmetrie, wobei die Übertragung der Messwerte optisch erfolgt. Das geringe Gewicht und die günstigen Abmessungen der Messwertsender erlauben die freitragende Montage auf den Anschlussbolzen der Kondensatorenbecher. Die zur Stromversorgung der Sender erforderlichen Durchsteck - Stromwandler werden direkt auf die Stromschienen montiert.

 

Messwertübertragung per Funk ( KAF )

Die Messwertübertragung erfolgt entweder im 433 MHz oder im 868 MHz ISM-Funk-Band (ISM = Industrial, Scientific, Medical). Funkmodule können anmelde- und gebührenfrei betrieben werden, dürfen aber die max. Sendeleistung von 10mW bei 433MHz, bzw. 5mW bei 868 MHz nicht überschreiten. Das Datenkommunikationsmodul, das mit der Zentrale verbunden ist, fragt nacheinander die jeweiligen Messmodule in der Hochspannungsanlage ab und leitet die Informationen über eine RS 485 - Schnittstelle an die Zentrale weiter.
Dort werden die Daten ausgewertet und bei Überschreiten der frei programmierbaren Grenzwerte werden entsprechende Meldungen produziert.

 

Messwertübertragung per Infrarot ( KoSchutz IR )

Die Messwerterfassung der Brückenspannung erfolgt auf der Hochspannungsebene. Die selektive Verarbeitung der 50 Hz-Signale stellt sicher, dass die Überwachung der Brückendifferenzspannung nicht durch Rundsteuersendungen verfälscht oder beeinträchtigt wird. Die Stromversorgung erfolgt durch Durchsteckstromwandler, die auf den Stromschienen montiert werden. Der Messwert der 50 Hz-Spannung wird als serielle Information mit Hilfe eines 38 kHz modulierten IR-Signals mit Manchester-Coding und CRC-Prüfsumme auf den jeweiligen Empfänger übertragen.

 

 

Inbetriebnahme vor Ort

Für beide Varianten unserer Kondensatorschutzanlage bieten wir Inbetriebnahmen vor Ort an.
Unsere Techniker unterstützen Sie bei der Einrichtung der Zentrale, prüfen die Ausrichtung der Sende- und Empfangseinheiten.
Wir führen keine Installationsarbeiten durch.
Sprechen Sie uns an!

 

Endlich verfügbar: Die Display-Erweiterung für Koschutz IR und KAF

Auf vielfachen Wunsch gibt es ab sofort die Möglichkeit, die Funk- und IR-Empfänger mit einem OLED – Display auszurüsten.

Für eine einfachere Inbetriebnahme und Wartung der Anlage sind alle Daten direkt am Empfänger ablesbar:

  • Darstellung der aktuellen Messwerte
    • alle Phasen bei Funk
    • ausgewählte Phase bei IR
  • Pegelanzeige für die Signalstärke
  • Fehlermeldungen
  • Display über Taster aktivierbar
  • Anzeige nur bei Bedarf ( erhöhte Lebensdauer )

 

 

Die Umrüstung bestehender Anlagen ist teilweise möglich – bitte setzen Sie sich für Details mit uns in Verbindung.